ABC für den Kauf oder Verkauf von Kanzleien: Buchstabe t
Tempo
Das Tempo eines Kanzleiverkaufs wird von den Beteiligten sehr unterschiedlich wahrgenommen. Während manche Verkäufer überrascht sind, wie schnell sich ein Prozess entwickeln kann, empfinden andere den Ablauf als zu langsam. Deshalb muss das Thema Tempo immer aus mehreren Perspektiven betrachtet werden.
Es gibt Verkäufer, die sich grundsätzlich Zeit lassen möchten. Beginnt der Verkaufsprozess jedoch, stellen sie manchmal fest, dass Gespräche, Rückmeldungen von Interessenten und Vertragsverhandlungen schneller voranschreiten, als sie erwartet haben.
Umgekehrt gibt es Situationen, in denen Tempo besonders wichtig ist. Das gilt vor allem bei einem Todesfall oder einem Notverkauf, bei dem schnell eine Lösung gefunden werden muss, um Mandanten, Mitarbeiter und den wirtschaftlichen Wert der Kanzlei zu sichern.
In einem strukturierten Verkaufsprozess ist es hilfreich, wenn der Berater dem Prozess einige Schritte vorausdenkt. Bei kanzleimarkt bedeutet das, dass wir häufig bereits die nächsten Schritte vorbereiten, während Verkäufer sich noch mit der aktuellen Phase beschäftigen. Dadurch entsteht für die Beteiligten manchmal der Eindruck, dass sich der Prozess sehr schnell entwickelt.
Für Verkäufer gilt daher eine wichtige Regel: Entscheiden Sie sich erst dann für einen Verkaufsprozess, wenn Sie wirklich bereit dafür sind. Lassen Sie sich von niemandem unter Druck setzen.
Wenn Sie sich jedoch entschieden haben, Ihre Nachfolge aktiv anzugehen, sollten Sie auch damit rechnen, dass der Prozess konkrete Gespräche mit Interessenten, mögliche Angebote und schließlich auch ein konkretes Kaufdatum hervorbringen kann.
kanzleimarkt-Tipp:
Ein guter Verkaufsprozess hat ein klares Tempo – weder zu langsam noch unnötig hektisch. Wichtig ist, dass Verkäufer innerlich bereit sind, wenn der Prozess startet. Dann kann sich die Nachfolge strukturiert und ohne unnötigen Zeitdruck entwickeln.
Weiterführende Begriffe im ABC
Planungszeitraum
Kanzleiverkauf
Nachfolgeplanung
Todesfall
Kaufvertrag
Terminvereinbarung
Um die Terminabstimmung für Sie möglichst unkompliziert zu gestalten, arbeiten wir mit einer digitalen Terminplanungsumfrage über Outlook.
Die Outlook Terminplanungs-Umfrage (Scheduling Poll) ist eine Funktion in Microsoft Outlook bzw. Microsoft 365, mit der ein Organisator mehreren Teilnehmern verschiedene Terminvorschläge zur Auswahl stellen kann. Die Eingeladenen stimmen per Klick über ihre Verfügbarkeit ab, ohne dass aufwendige E-Mail-Abstimmungen erforderlich sind.
Im Unterschied zu externen Tools (z. B. Doodle) erfolgt die Umfrage direkt im Outlook-Umfeld. Je nach Konfiguration können vorgeschlagene Termine bei den Teilnehmenden automatisch als vorläufige Termine („mit Vorbehalt“) im Outlook-Kalender eingetragen werden. Dadurch werden Zeitfenster blockiert, bis die finale Terminbestätigung erfolgt.
Wichtig:
Alle vorgeschlagenen bzw. vorläufig eingetragenen Termine sind für jede Person sichtbar, die Zugriff auf den betreffenden Outlook-Account oder Kalender hat (z. B. Assistenz, Teammitglieder mit Kalenderfreigabe).
Tipp:
Markieren Sie den Termin als privat oder nennen Sie uns eine private E-Mail, der mit einem privaten Terminkalender verknüpft ist.
Testphase zur Praxisnachfolge
Für Berufsträger mit langjährigen, etablierten Einzelpraxen bietet sich eine zeitlich befristete Bürogemeinschaft als »Testgemeinschaft« im Vorfeld einer künftigen Praxisnachfolge an. Hierdurch bietet sich dem Veräusserer die Möglichkeit , den Büropartner als Praxisnachfolger auf fachliche und persönliche Eignung hin zu prüfen, ohne dass eine rechtsverbindliche Praxisübergabe stattfinden muss. Das oben gesagte gilt für eine Übergangsphase in alle zulässigen Gesellschaftsformen der Berufsausübung.
Todesfall
Der Todesfall eines Steuerberaters stellt die Angehörigen und Erben häufig vor eine besonders schwierige Situation. Neben der persönlichen Belastung müssen innerhalb kurzer Zeit wichtige organisatorische und wirtschaftliche Entscheidungen getroffen werden.
Das zentrale Problem besteht darin, dass eine Steuerberatungskanzlei stark personenbezogen ist. Mandantenbeziehungen, laufende Fristen und organisatorische Abläufe hängen eng mit dem Berufsträger zusammen. Deshalb ist es entscheidend, keine Zeit zu verlieren.
Im Todesfall besteht die Gefahr, dass sehr schnell Mandanten und Mitarbeiter verloren gehen. Mandanten suchen sich möglicherweise kurzfristig einen neuen Berater, wenn sie unsicher sind, wie es mit der Kanzlei weitergeht. Auch Mitarbeiter orientieren sich unter Umständen neu, wenn keine klare Perspektive besteht.
Deshalb ist es wichtig, möglichst rasch eine Lösung für die Fortführung oder den Verkauf der Kanzlei zu finden. Je schneller eine klare Perspektive entsteht, desto größer ist die Chance, Mandanten und Mitarbeiter zu halten.
Ideal ist es, wenn kurzfristig ein befreundeter Steuerberater einspringen oder die Kanzlei übernehmen kann. Solche Lösungen entstehen häufig im Kollegenkreis und können den Übergang deutlich erleichtern.
Wenn eine solche Lösung nicht vorhanden ist und ein Verkauf organisiert werden muss, sollte bei der Auswahl eines Beraters oder Maklers insbesondere auf Geschwindigkeit, Erfahrung und ein bestehendes Netzwerk geachtet werden. In solchen Situationen entscheidet oft die schnelle Ansprache geeigneter Interessenten darüber, ob Mandanten und Mitarbeiter erhalten bleiben.
kanzleimarkt-Tipp:
Im Todesfall zählt vor allem Zeit. Eine schnelle, strukturierte Lösung hilft, Mandanten, Mitarbeiter und damit den wirtschaftlichen Wert der Kanzlei zu sichern.
Weiterführende Begriffe im ABC
Kanzleiverkauf
Mandantenstamm
Nachfolgeplanung
Berufsträger
Überleitende Tätigkeit
Track Record
Der Track Record beschreibt die nachweisbare Erfolgs- und Leistungsbilanz einer Person, eines Teams oder einer Kanzlei über einen längeren Zeitraum. Er zeigt, welche Ergebnisse tatsächlich erzielt wurden und dient damit als wichtiger Maßstab für Erfahrung und Qualität.
Im Umfeld von Steuerberatern, Wirtschaftsprüfern und Rechtsanwälten kann sich der Track Record auf unterschiedliche Aspekte beziehen, zum Beispiel:
- erfolgreiche Betreuung und Entwicklung von Mandanten
- Aufbau eigener Mandatsbeziehungen
- Führung und Entwicklung von Mitarbeitern
- erfolgreiche Kanzleientwicklung oder Beteiligungen
- besondere fachliche Projekte oder Spezialisierungen
Gerade bei der Besetzung von Partnerpositionen, bei der Vergesellschaftung oder bei der Suche nach einem Kanzleinachfolger spielt der Track Record eine wichtige Rolle. Entscheidend ist dabei weniger die formale Qualifikation als vielmehr die Frage, welche Ergebnisse jemand in der Praxis bereits erzielt hat.
Ein überzeugender Track Record lässt sich häufig anhand konkreter Beispiele oder Kennzahlen darstellen, etwa durch gewachsene Mandantenumsätze, erfolgreiche Projekte oder langjährige Mandantenbeziehungen.
kanzleimarkt-Tipp:
Kandidaten unterschätzen häufig, wie wichtig ein klar dargestellter Track Record ist. Wer im CV konkret beschreibt, welche Mandate, Projekte oder Verantwortungsbereiche er aufgebaut hat, wird deutlich leichter als potenzieller Partner oder Kanzleikaufinteressent wahrgenommen.
Siehe auch:
CV · Referenzen · Partnerstelle · Vergesellschaftung · Vakanz
