ABC für den Kauf oder Verkauf von Kanzleien: Buchstabe o
Onboardingkosten
Onboardingkosten sind die Kosten, die entstehen, um neue Mitarbeiter in eine Kanzlei zu gewinnen, einzuarbeiten und vollständig in die Arbeitsprozesse zu integrieren.
Bedeutung im Kanzleimarkt
Im Kanzleimarkt spielen Onboardingkosten eine wichtige Rolle, weil qualifizierte Mitarbeiter schwer zu finden sind. Wenn ein Käufer eine Kanzlei übernimmt und das bestehende Team bleibt, spart er die Kosten und den Zeitaufwand für die Rekrutierung und Einarbeitung neuer Mitarbeiter.
In vielen Kanzleien dauert es mehrere Monate, bis neue Mitarbeiter die Mandanten, Prozesse, Software und internen Abläufe vollständig kennen. Diese Zeit verursacht nicht nur direkte Kosten, sondern auch einen erheblichen Produktivitätsverlust.
Praxisbezug / typische Konstellationen
Beim Kauf einer Kanzlei werden die vorhandenen Mitarbeiter häufig als wichtigstes Kapital der Kanzlei betrachtet.
Ein Erwerber spart durch die Übernahme eines eingespielten Teams insbesondere:
- Kosten für Personalvermittlung oder Recruiting
- Einarbeitungszeit durch Kollegen oder Inhaber
- Produktivitätsverluste in den ersten Monaten
kanzleimarkt kalkuliert die Onboardingkosten typischerweise mit etwa einem Jahresgehalt eines Mitarbeiters.
Diese setzen sich vereinfacht aus mehreren Bestandteilen zusammen:
- Recruitingkosten (Personalberatung oder Headhunter, Stellenanzeigen, Zeitaufwand für Bewerbungsgespräche)
- Einarbeitungskosten (Zeitaufwand der Kollegen und Berufsträger für Schulung, interne Abstimmungen und Kontrolle der Arbeitsergebnisse)
- Produktivitätsverlust (geringere Auslastung des neuen Mitarbeiters in den ersten Monaten, zusätzlicher Kontrollaufwand)
- Organisationskosten (Einrichtung des Arbeitsplatzes, IT-Ausstattung und Softwarelizenzen, Schulungen und Fortbildungen)
Durch diese Faktoren entstehen in der Praxis schnell Kosten in der Größenordnung eines vollen Jahresgehalts.
Weiterführende Begriffe
Unternehmenskultur
Fluktuation
Vakanz
Executive Search
kanzleimarkt-Tipp 🧠
Viele Käufer konzentrieren sich stark auf Umsatz und Rendite einer Kanzlei. In der Praxis entscheidet jedoch oft die Stabilität des Teams über den Erfolg einer Übernahme.
Eine Kanzlei mit erfahrenen und langjährigen Mitarbeitern kann deshalb deutlich wertvoller sein als eine Kanzlei mit ähnlichem Umsatz, aber hoher Mitarbeiterfluktuation.
Optimierung
Viele Kanzleien beginnen mit der Planung ihrer Nachfolge oder eines Verkaufs, obwohl noch erhebliches Optimierungspotenzial vorhanden ist. In solchen Fällen kann es sinnvoll sein, vor einem Verkaufsprozess bestimmte Strukturen zu verbessern, um die Kanzlei attraktiver für Erwerber zu machen.
Typische Ansatzpunkte für eine Optimierung sind zum Beispiel:
- Honorargestaltung und Abrechnung
- Mandantenstruktur
- Digitalisierung und Prozesse
- Organisation der Mitarbeiter
- Dokumentation von Abläufen
- Positionierung der Kanzlei am Markt
Solche Maßnahmen können dazu beitragen, die Kanzlei transparenter, effizienter und wirtschaftlich stabiler darzustellen. In vielen Fällen wirkt sich das auch positiv auf den Kanzleiwert und die Zahl der interessierten Erwerber aus. Der wirtschaftliche Effekt ist dabei keineswegs gering – Verbesserungen können mitunter fünf bis sechsstellige Beträge beim späteren Verkaufserlös ausmachen.
Am Markt gibt es mehrere spezialisierte Anbieter, die Kanzleien gezielt bei solchen Verbesserungen unterstützen. Je nach Ausgangssituation kann es sinnvoll sein, einzelne Themen strukturiert anzugehen, bevor ein Verkaufsprozess gestartet wird.
kanzleimarkt-Tipp:
Wir haben in unserer Praxis viele Kanzleien kennengelernt, die vor der Nachfolge noch wichtige Optimierungen umgesetzt haben. Sprechen Sie uns gerne an. Gemeinsam können wir diskutieren, welche Maßnahmen sinnvoll sind und welcher Anbieter dafür am besten geeignet ist.
Weiterführende Begriffe im ABC
Kanzleiwert
Rendite
Digitalisierung
Mitarbeiterliste
Kanzleiverkauf
