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Fremdbesitzverbot

Das Fremdbesitzverbot untersagt, dass fachfremde Dritte (Nicht-Berufsträger) maßgeblich Eigentum oder Einfluss an einer Steuerberatungsgesellschaft halten. Ziel ist die Sicherung der Unabhängigkeit, Eigenverantwortlichkeit und Verschwiegenheit des Berufsstands.

Bedeutung im Kanzleimarkt

🏢 Im Kanzleimarkt begrenzt das Fremdbesitzverbot die Möglichkeiten externer Investoren, sich direkt an Steuerkanzleien zu beteiligen.

Mit dem 9. Steuerberatungsänderungsgesetz wurde das Verbot modernisiert, aber nicht aufgehoben:

Zulassung weiterer interprofessioneller Zusammenschlüsse (z. B. mit Rechtsanwälten oder Wirtschaftsprüfern)

Lockerung bei Gesellschaftsformen (z. B. GmbH & Co. KG möglich)

Aber: Mehrheit und Kontrolle müssen weiterhin bei Steuerberatern liegen

➡️ Ergebnis: Mehr Flexibilität in der Struktur – aber klare Grenzen für Kapitalinvestoren.

Praxisbezug / typische Konstellationen

💼 Typische Fälle im Markt:

Klassischer Kanzleiverkauf

→ Käufer muss i. d. R. selbst Steuerberater sein (oder entsprechende Struktur schaffen)

Private-Equity-Interesse

→ Direkte Beteiligung nicht zulässig

→ Umgehung nur über komplexe Strukturen (z. B. Servicegesellschaften)

Interprofessionelle Sozietäten

→ Steuerberater + Rechtsanwälte/WP zulässig (seit Reform erleichtert)

Holding-Modelle

→ möglich, aber nur, wenn Berufsträger die Kontrolle behalten

👉 In Exposés und Transaktionen spielt das Fremdbesitzverbot regelmäßig eine zentrale Rolle bei der Käuferauswahl und Strukturierung.

Weiterführende Begriffe

Berufsausübungsgesellschaft

Interprofessionelle Zusammenarbeit

Kanzleiverkauf

Share Deal vs. Asset Deal

Berufsträgermehrheit

Unabhängigkeit des Steuerberaters

kanzleimarkt-Tipp 💡

Wenn ein Interessent kein Steuerberater ist, lohnt sich kein vorschnelles Ausschließen – aber eine klare Strukturprüfung:

Oft lassen sich Lösungen über Kooperationsmodelle, Anstellungsverhältnisse oder mehrstufige Beteiligungen entwickeln. Entscheidend ist immer:

👉 Wer hält die Stimmenmehrheit und wer trifft die fachlichen Entscheidungen?